Mit den Kontoristinnen um die Welt!

Schon seit langer Zeit geisterte die Idee durch unsere Köpfe und Besprechungen - seit September 2013 gibt es unseren Lesezirkel. Dann gingen die Überlegungen los: neue AutorInnen, alte AutorInnen, Neuerscheinungen, Klassiker, ach, man hat die Qual der Wahl!

Nachdem wir nun ein Jahr lang verschiedene Länder besucht haben (Finnland, Island, Tschechien), setzen wir nun zu einer neuen Reise an: Lieblings-Genres, unbekanntes literarisches Terrain und Wiederentdeckungen sollen es sein. Eingeladen sind alle Büchernarren, Leseratten, Literatur-Liebhaber - und einfach alle, die Lust am Lesen und Austausch haben.

Wir freuen uns auf Sie und anregende Gespräche und Diskussionen!

Ihre Kontoristinnen

Lesezirkel Graphic Novels: Mehr als "Boing! Boom! Pow!"

Literatur in Bildern oder Bilder voller Literatur?
Paul Austers "Stadt aus Glas"
Literatur in Bildern oder Bilder voller Literatur?

Tauchen Sie mit uns ein in die Welt der Graphic Novels!

Die Termine:

Dienstag, 23. September 2014, 19 Uhr
"Paul Austers Stadt aus Glas" von Mazzucchelli/Karasik/Auster im Vergleich mit "Stadt aus Glas" von Paul Auster

Dienstag, 21. Oktober 2014, 19 Uhr
"Die Katze des Rabbiners" von Joann Sfar

Dienstag, 18. November 2014, 19 Uhr
"Kopf in den Wolken" von Paco Roca / "Vertraute Fremde" von Jiro Taniguchi

 

Wer hat's geschrieben?

Joann Sfar
wurde am 1971 in Nizza geboren. Beeinflusst von den Erzählungen und Mythen seines jüdischen Elternhauses begann er schon früh mit dem Zeichnen eigener Geschichten. Sein Weg führte ihn über ein Philosophiestudium schließlich zur Kunsthochschule und anschließend zum Comiczeichnen. 1996 erschien sein erstes Album. Als seine Vorbilder sieht er Fred, Baudoin und Pierre Dubois (Dubois ist auch Vorbild für die Figur seines Minuscule Mousquetaire). Inzwischen schreibt und zeichnet Sfar für fast alle größeren französischen Verlage eigene Reihen.

Zusammen mit Lewis Trondheim zählt Sfar mittlerweile zu den Autoren welche den französischen Comic erneuern. Dabei liegt im nichts an der Perfektion der klassischen Vorbilder wie der Ligne Claire eines Hergé, ganz im Gegenteil: Sfar interessiert sich mehr für den persönlichen Ausdruck seiner Zeichnungen, lässt Fehler zu und scheint auf der Suche nach der "Unperfektion". Dies gilt auch für den Figurenkosmos, den er entwirft. Immer wieder trifft man seine Charaktere außerhalb ihrer eigenen Reihe in den Alben einer anderen Serie wieder.

2010 debütierte Sfar als Regisseur des vielbeachteten Spielfilms "Gainsbourg". 2011 folgte "Die Katze des Rabbiners" als abendfüllender Zeichentrickfilm.
Auch neben seiner Arbeit als Regisseur findet er noch Zeit, weitere Comicalben zu zeichnen.
 

Worum geht es eigentlich?

Am Anfang war das Wort, und das Wort war eine dreiste Lüge! Kaum hat die Katze des Rabbiners den vorlauten Hauspapagei verputzt und eine menschliche Stimme erlangt, fängt sie an zu flunkern: "Er ist weg!" Eine doppelzüngige Katze ist kein guter Umgang für die Rabbinerstochter Zlabya, der Vierbeiner wird zu einem Thorastudium verdonnert! Aus dem frechen Kater soll ein guter Jude werden. Und dazu gehört auch die Bar-Mizwa, die Feier zur religiösen Mündigkeit. Dumm nur, wenn der Oberrabbiner den einen oder anderen theologischen Einwand hat. Aber die Katze des Rabbiners ist alles nur nicht auf den Mund gefallen ...

Angesiedelt in der jüdisch-sephardischen Gemeinde im Marokko der 1920er Jahre, erzählt der gefeierte französische Comickünstler Joann Sfar eine moderne Fabel, die Einblicke in die Kultur und Geschichte des Judentums gewährt. Die Katze des Rabbiners wurde bei Erscheinen in Frankreich und in Deutschland in höchsten Tönen gelobt und mit Preisen wie dem "Max und Moritz" für den "Beste Autor" geehrt. avant-verlag sammelt Joann Sfars modernen Klassiker nun in zwei edlen Graphic Novels. Der zweite Band erscheint im Oktober 2014.

„Sfar gelingt es, tiefernste Themen mit derart leichter Hand einzubeziehen, dass man (...) ein kleines Curriculum ins jüdische Denken erhält.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Die Katze des Rabbiners ist nichts weniger als eine wahre Erlösung.“
Die Zeit

Bildnachweis:
Porträt: N.N. / Cover: avant-verlag